Wirtschaftliche Beziehungen: Deutschland - Indien

Indian Prime Minister visits Germany Bild vergrößern Indian Prime Minister Manmohan Singh stands next to German Chancellor Angela Merkel at the Chancellery in Berlin, Germany, 11 December 2010. Singh met the German President and later the Chancellor. Photo: Tobias Kleinschmidt (© picture alliance / dpa) Die Wirtschaftsbeziehungen zu Indien haben in den letzten Jahren deutlich an Dynamik, und Intensität gewonnen. Besuche der Bundeskanzlerin (Ende Oktober 2007 und Ende Mai 2011) und des Bundesaußenministers (November 2008, Oktober 2010 sowie Ende Mai 2011), des Wirtschaftsministers im September 2010 sowie des Bundespräsidenten (Anfang Februar 2010) jeweils in Begleitung hochrangiger Wirtschaftsdelegationen unterstrichen das gegenseitige Interesse an einer weiteren Vertiefung der Wirtschaftlichen Beziehungen.

Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner innerhalb der EU. Seit Beginn der indischen Reformpolitik 1991 hat das bilaterale Handelsvolumen rasant zugenommen. Angesichts der erheblichen Wachstumschancen wird eine Steigerung des Handelsvolumens auf 20 Mrd. Euro Ende 2012 angestrebt.  Der bilaterale Handel lag 2010 mit 15,4 Mrd. € (Export: 9,2 Mrd € = +14%, Import: 6,2 Mrd € = +21 %) 17% über 13,2 Mrd. EUR im Vorjahr. In der Rangfolge unserer Handelspartner steht IND auf Platz 26 (2006 noch 29) bei Einfuhren und auf Platz 21 bei Ausfuhren. Deutschland ist innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Indiens und steht als Lieferant sowie als Abnehmer indischer Waren an 8 Stelle. Unser Handelsüberschuss Bild vergrößern von ca 3 Mrd. € zeugt von hoher indischer Nachfrage insbesondere nach deutschen Investitionsgütern (Maschinen), die etwa 1/3 am Gesamtexport nach Indien ausmachen, und Kraftfahrzeugen. Bedeutsame Warengruppen im bilateralen Handel sind auch chemische und elektrotechnische sowie feinmechanische und optische Erzeugnisse. Kräftige Steigerungsraten sind bei Luftfahrzeugen, Nahrungsmitteln, Kraftfahrzeugen, Maschinen, Elektrotechnik sowie Optik zu verzeichnen.

Der Schwerpunkt indischer Exporte nach Deutschland lag im Textilbereich, gefolgt von chemischem Erzeugnissen, Lederwaren, Nahrungsmitteln, Eisen und Eisenwaren sowie Fahrzeugen.

Die letzte Sitzung der Gemischten Wirtschaftskommission unter dem Vorsitz des deutschen Wirtschafts- und indischen Finanzministers fand am 23. September 2010 in New Delhi statt. In Begleitung von fast 50 deutschen Unternehmens- und Verbandsspitzen rief der indische Finanzminister zum verstärkten Engagement deutscher Unternehmen in Indien auf. Im Mittelpunkt standen Fragen von Handelserleichterungen, Exportkontrolle, einzelner Investitionsvorhaben, weiterer Marktöffnung, Berufsbildungsmaßnahmen deutscher Unternehmen sowie der Ausbau der Zusammenarbeit in den Branchen Energie, Infrastruktur, Tourismus und Umwelt.

Bild vergrößern Neben dem 2006 gegründeten Energieforum leisten auch die Arbeitsgruppen für Kohle, Tourismus und Infrastruktur wichtige Beiträge zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen mit Indien. Insbesondere das Deutsch-Indische-Energieforum hat inzwischen eine Intensität und Tiefe der Zusammenarbeit gewonnen, mit der Deutschland in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ein Alleinstellungsmerkmal erreicht hat.Ende 2008 und Anfang 2009 haben insgesamt drei deutsch-indische Arbeitsgruppen auf den Gebieten Berufsbildung, Automobile und Landwirtschaft unter hochrangiger Regierungsbeteiligung ihre Arbeit aufgenommen.

Zu den bedeutendsten deutsch-indischen Wirtschaftsabkommen zählen:

  • Doppelbesteuerungsabkommen, am 19.12.1996 in Kraft getreten;
  • Investitionsschutzabkommen, im Juli 1998 in Kraft getreten;
  • Handelsabkommen vom 31.03.1955;
  • Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung von 1971 und 1974.

Wirtschaftliche Lage: Indien

Quelle: Auswärtiges Amt

Wirtschaftliche Beziehungen

Bildungsexport: Indische Ausbilder zum Training in Soest

Indische Ausbildungsleiter der Kfz-Mechatronik zur Weiterbildung bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe

Die Nachfrage nach beruflicher Aus- und Weiterbildung aus Deutschland boomt weltweit. Im Auftrag der indischen Regierung absolvieren gegenwärtig 20 indische Ausbildungsleiter von staatlichen Berufsbildungseinrichtungen ein Training bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe in Soest.