Politische Beziehungen zwischen Deutschland und Indien
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Indien beendete nach dem Zweiten Weltkrieg als erster Staat den Kriegszustand mit Deutschland und zählte zu den ersten Staaten, die die Bundesrepublik Deutschland diplomatisch anerkannten. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Indien mit Sympathie und Unterstützung begleitet. Indien sieht im vereinten Deutschland einen wichtigen Partner auf der Suche nach seiner neuen weltpolitischen und regionalen Rolle.
Der hochrangige beiderseitige Besucheraustausch hat den Beziehungen starke Impulse gegeben.
Bereits 1956 und 1960 besuchte der erste indische Premierminister Jawaharlal Nehru Deutschland, gefolgt von Präsident Narayanan (1998), Premierminister Gandhi (1988), Premierminister Rao (1991, 1993 und1994) sowie Präsident Venkataram (1989). Premierminister Vajpayee stattet Deutschland im Mai 2003 einen Besuch ab. Premierminister Manmohan Singh hat Deutschland im April 2006 und im Dezember 2010 besucht.
Die jüngsten hochrangigen Besuche von deutscher Seite erfolgten durch Bundespräsident Köhler (01.-07.02.2010) und Bundesaußenminister Dr. Westerwelle (16.-19.10.2010 sowie vom 29.-30.05.2011). Zuvor reisten Bundesaußenminister Steinmeier vom 19.-21. November 2008, Bundeskanzlerin Merkel vom 29. Oktober bis 1. November 2007 und Bundestagspräsident Dr. Lammert im August 2007 nach Indien. Bundeskanzler Schröder (2004 und 2001), Bundespräsident Rau (2003), Bundespräsident von Weizsäcker (1991) sowie Bundeskanzler Kohl (1993, 1986 und 1983) statteten Indien ebenfalls offizielle Besuche ab.
Bundeskanzlerin Merkel reiste vom 31.5.-1.6.2011 aus Anlass der 1. Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen nach Indien.
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Indian Prime Minister Manmohan Singh stands next to German Chancellor Angela Merkel at the Chancellery in Berlin, Germany, 11 December 2010. Singh met the German President and later the Chancellor. Photo: Tobias Kleinschmidt
(© picture alliance / dpa)
Die von beiden Außenministern unterzeichnete "Agenda für die Deutsch-Indische Partnerschaft im 21. Jahrhundert" vom Mai 2000 beschreibt Felder für die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen, seit dem 23. April 2006 ergänzt durch eine "Gemeinsame Erklärung" von Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister M. Singh über die strategische Partnerschaft beider Länder. Diese Partnerschaft sieht neben der engeren politischen Abstimmung – regional wie global, z. B. zu Afghanistan, Iran, Abrüstung, Terrorismusbekämpfung, Klimaschutz und Reform der Vereinten Nationen - einen deutlichen Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Wissenschaft und Technologie sowie Verteidigung vor. Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel wurde am 30. Oktober 2007 eine "Gemeinsame Erklärung zur Weiterentwicklung der strategischen und globalen Partnerschaft" beschlossen.
Der strategische Dialog mit Indien bekam mit der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens durch die beiden Verteidigungsminister im September 2006 auch eine militärpolitische Dimension. Auf der Ebene der Staatssekretäre tagt einmal jährlich ein High Defence Committee, um die einzelnen Maßnahmen der Kooperation im Verteidigungsbereich, erarbeitet von Unterarbeitsgruppen, zu billigen. Neben einem militärpolitischen Dialog erstreckt sich die Kooperation auch auf den Bereich der Streitkräfte und den Rüstungsbereich.
Ein wichtiger Meilenstein in den deutsch-indischen Beziehungen: Anlässlich des 60jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Indien (07.03.1951) findet von Herbst 2011 bis Herbst 2012 in Indien das Deutschlandjahr „Deutschland und Indien 2011-12 Unbegrenzte Möglichkeiten“ statt.
Deutschlandjahr in Indien: "Unendliche Möglichkeiten"
(© www.germany-and-india.com)
Die Bundeskanzlerin eröffnete das Deutschlandjahr im Rahmen ihres Indienbesuchs am 31. Mai 2011 in New Delhi. Das Deutschlandjahr steht unter der gemeinsamen Projektträgerschaft des Auswärtiges Amts, des Goethe-Instituts, des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. In sieben zentralen Veranstaltungsorten - New Delhi, Mumbai, Kalkutta, Chennai, Pune, Bangalore und Hyderabad - wird Deutschland sich unter dem Oberthema „StadtRäume–CitySpaces“ unter anderem in einem mobilen Veranstaltungsraum jeweils 2 Wochen lang facettenreich als innovativer, kreativer und nachhaltiger Partner Indiens darstellen, u.a. mit Kulturveranstaltungen, hochrangigen politischen Besuchen und Präsentationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Hinweise zu einer möglichen Beteiligung finden Sie unter
www.goethe.de/delhi/dui